Ab dem 4. September 2026 wird der OpenAI Ads Manager auch in der Schweiz verfügbar sein. Damit können Schweizer Unternehmen erstmals gezielt Werbekampagnen in ChatGPT aufbauen und verwalten. Für Marketing, E-Commerce und digitale Markenführung entsteht damit ein neuer Kanal – direkt innerhalb einer KI-gestützten Nutzerreise.

ChatGPT entwickelt sich damit weiter von einer reinen KI-Anwendung zu einer Plattform, auf der auch kommerzielle Sichtbarkeit eine zunehmend wichtige Rolle spielt.
Werbung direkt in ChatGPT
OpenAI führt Anzeigen in ChatGPT für Nutzer der Tarife «Free» und «Go» ein. Wer ChatGPT «Plus», «Pro», «Business», «Enterprise» oder «Education» nutzt, bleibt weiterhin werbefrei.
Die Anzeigen werden klar als Werbung gekennzeichnet und optisch von den eigentlichen Antworten von ChatGPT getrennt.
Wichtig dabei: Gemäss OpenAI haben die Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten, welche ChatGPT generiert.
Für Unternehmen bedeutet dies: Bezahlte Sichtbarkeit und organische Sichtbarkeit innerhalb von KI-Systemen bleiben zwei unterschiedliche Disziplinen.
Ads Manager ab 4. September in der Schweiz
Besonders interessant für Schweizer Unternehmen und Agenturen: Der OpenAI Ads Manager soll ab dem 4. September 2026 auch in der Schweiz verfügbar sein. Damit können Unternehmen Kampagnen direkt für ChatGPT erstellen und verwalten.
Für das digitale Marketing entsteht damit neben etablierten Plattformen wie
- Google Ads
- Meta Ads
- LinkedIn Ads
ein komplett neuer Werbekanal.
Der grosse Unterschied: Nutzer befinden sich in ChatGPT häufig bereits in einer sehr konkreten Informations- oder Entscheidungsphase. Sie fragen beispielsweise:
- «Welches Hotel eignet sich für ein Wellness-Wochenende im Wallis?»
Genau in solchen Situationen können Anzeigen besonders interessant werden.
Warum ChatGPT Ads für Unternehmen spannend sind
Klassische Suchmaschinenwerbung basiert hauptsächlich auf Keywords. Bei ChatGPT ist der Kontext deutlich umfangreicher.
Nutzer formulieren ganze Fragen, beschreiben Bedürfnisse, vergleichen Alternativen oder lassen sich bei einer Kaufentscheidung beraten. Damit entsteht ein Werbeumfeld mit potenziell sehr hoher Intent-Qualität.
Ein Nutzer sucht nicht einfach nach:
«Hotel Wallis»
sondern beispielsweise:
«Ich suche ein ruhiges Hotel im Wallis für drei Tage Wellness mit guter Küche und direkter Anreise mit dem Zug.»
Für Werbetreibende könnte genau dieser Kontext künftig besonders wertvoll werden.
Datenschutz bleibt ein zentrales Thema
OpenAI betont gleichzeitig, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf persönliche Chats oder persönliche Nutzerdaten erhalten. Auch frühere Gespräche oder gespeicherte «Memories» sollen zunächst nicht für die Auswahl von Anzeigen verwendet werden.
Zum Start werden Anzeigen unter anderem anhand des aktuellen Gesprächskontexts sowie begrenzter Informationen wie dem ungefähren Standort oder dem verwendeten Gerät ausgewählt.
Personalisierte Werbung soll erst nach einer ausdrücklichen Zustimmung des Nutzers eingesetzt werden können.
Werbetreibende erhalten laut OpenAI lediglich aggregierte Performance-Daten wie beispielsweise Impressionen oder Klicks.
ChatGPT Ads und KI-Sichtbarkeit sind nicht dasselbe
Für Unternehmen ist eine Unterscheidung besonders wichtig:
ChatGPT Ads kaufen Sichtbarkeit. GEO und KI-Sichtbarkeit verdienen Sichtbarkeit.
Mit Generative Engine Optimization – kurz GEO – versuchen Unternehmen, ihre Marke, Angebote und Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme sie als relevante Quelle erkennen und in Antworten berücksichtigen. ChatGPT Ads ergänzen diese Strategie um einen bezahlten Kanal.
Damit könnte sich künftig ein ähnliches Zusammenspiel entwickeln wie bei Google:
SEO + Google Ads wird zu GEO + ChatGPT Ads
Unternehmen sollten deshalb nicht nur überlegen, wie sie Werbung innerhalb von KI-Plattformen schalten können, sondern gleichzeitig dafür sorgen, dass ihre Marke auch organisch in KI-Antworten sichtbar und verständlich wird.
Besonders interessant für Tourismus, E-Commerce und Dienstleistungen
ChatGPT Ads dürften besonders für Branchen interessant werden, in denen Nutzer vor einer Entscheidung viel recherchieren. Dazu gehören beispielsweise:
- Tourismus und Hotels: Reiseplanung, Hotelvergleiche, Destinationen oder Aktivitäten.
- E-Commerce: Produktvergleiche, Empfehlungen und Kaufberatung.
- B2B: Dienstleistungen, Agenturen und Unternehmenslösungen.
- Lokale Unternehmen: Weinkellereien, Restaurants, Handwerker oder Beratungsunternehmen.
- Finanzen und Versicherungen: Produkte mit hohem Informations- und Vergleichsbedarf.
Gerade bei komplexeren Entscheidungen könnte ChatGPT langfristig eine immer grössere Rolle innerhalb der Customer Journey übernehmen.
Ein neuer Wettbewerb um Sichtbarkeit beginnt
Mit der Einführung von Werbung verändert OpenAI auch die Dynamik innerhalb von ChatGPT. Bislang mussten Unternehmen primär darauf achten, ob ihre Marke in KI-Antworten überhaupt gefunden, verstanden und erwähnt wird.
Nun kommt eine zweite Ebene hinzu: bezahlte KI-Sichtbarkeit.
Für Marketingverantwortliche entsteht damit ein neues Spielfeld. Die entscheidenden Fragen werden künftig sein:
- Welche Zielgruppen lassen sich über ChatGPT Ads erreichen?
- Welche Kampagnentypen funktionieren?
- Wie werden Anzeigen ausgespielt?
- Welche Kosten entstehen?
Und vor allem: Wie gut konvertiert Werbung innerhalb eines KI-Dialogs im Vergleich zu Google oder Social Media?
Genau diese Entwicklung dürfte für das digitale Marketing der kommenden Jahre besonders spannend werden.
Unsere Einschätzung
ChatGPT Ads könnten sich zu einem der interessantesten neuen Werbekanäle seit dem Aufstieg von Social Ads entwickeln. Nicht unbedingt wegen der reinen Reichweite. Sondern wegen des Kontexts.
Wer ChatGPT nutzt, beschreibt häufig sehr genau, welches Problem gelöst werden soll. Dadurch entsteht eine Form von Nutzerintention, die weit über ein einzelnes Keyword hinausgeht.
Für Schweizer Unternehmen lohnt es sich deshalb, die Entwicklung früh zu beobachten, erste Tests durchzuführen und Erfahrungen zu sammeln. Denn wie bei Google Ads gilt wahrscheinlich auch hier: Wer früh versteht, wie der neue Kanal funktioniert, kann sich einen entscheidenden Vorsprung sichern.
Häufige Fragen zu ChatGPT Ads in der Schweiz
Wann starten ChatGPT Ads in der Schweiz?
Der OpenAI Ads Manager ist ab dem 4. September 2026 im EWR und in der Schweiz verfügbar. Anzeigen erscheinen bei Nutzern der Tarife «Free» und «Go».
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Nur Nutzerinnen und Nutzer der Tarife «Free» und «Go». Die Bezahltarife «Plus», «Pro», «Business», «Enterprise» und «Education» bleiben werbefrei.
Beeinflussen die Anzeigen die Antworten von ChatGPT?
Nein. Gemäss OpenAI sind Anzeigen klar gekennzeichnet, optisch von den Antworten getrennt und haben keinen Einfluss auf die Inhalte, die ChatGPT generiert.
Welche Daten erhalten Werbetreibende?
Keine persönlichen Daten und keinen Zugriff auf Chats, Chat-Verlauf oder «Memories» – nur aggregierte Performance-Daten wie Impressionen oder Klicks.
Wie können Schweizer Unternehmen Anzeigen schalten?
Über den OpenAI Ads Manager (ads.openai.com), in der Schweiz verfügbar ab dem 4. September 2026.
Quelle: OpenAI: ChatGPT Ads expands across Europe
Über den Autor:
David Guntern ist CEO und KI-Marketing-Experte der Digital Marketing GmbH «dreizweieins» in Brig. Die Agentur ist offizieller Google Partner sowie Meta Business Partner und begleitet Schweizer KMU und Tourismusdestinationen in den Bereichen Generative Engine Optimization (GEO), KI-Sichtbarkeit, Google und Meta Ads sowie digitale Strategie. David Guntern ist erweiterter Vorstand sowie zertifizierter Trainer und Experte von swissAI, Vorstandsmitglied des Digital Impact Network Switzerland (DIN), Chapter Leader Oberwallis, Mitglied der Fachgruppe Künstliche Intelligenz. Auf ki-ai.news schreibt er regelmässig über das Thema „KI im Marketing“ in der Schweiz.




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