Google testet aktuell neue Sponsored Links direkt innerhalb von Antworten im AI Mode. Damit rückt Werbung noch näher an den eigentlichen Such- und Entscheidungsprozess.

Die Entwicklung ist mehr als nur ein neues Anzeigenformat. Sie zeigt, wie stark sich die Logik der Suche verändert.
Statt:
Suchbegriff → Suchresultate → Anzeige
entsteht zunehmend:
Frage → KI-Antwort → Verfeinerung → Vergleich → Empfehlung → Werbung → Entscheidung
Genau darin liegt die strategische Bedeutung.
Von Keywords zu Kontext
Klassische Google-Suchen bestehen häufig aus wenigen Begriffen.
Zum Beispiel:
«Wellnesshotel Wallis»
Im AI Mode formulieren Nutzer ihre Bedürfnisse deutlich ausführlicher.
Etwa:
«Ich suche ein ruhiges Wellnesshotel im Wallis für zwei Personen, mit guter Küche, ÖV-Anbindung und maximal CHF 450 pro Nacht.»
Für Google entsteht dadurch ein deutlich detaillierteres Bild der Kaufabsicht.
Die KI erkennt nicht nur das Thema, sondern auch:
- Budget
- Zielgruppe
- Standort
- Zeitpunkt
- Bedürfnisse
- Qualitätskriterien
- konkrete Entscheidungsabsicht
Damit wird Werbung zunehmend intent- und kontextbasiert.
Google integriert Werbung tiefer in die KI-Suche
Google hatte bereits an der Google Marketing Live angekündigt, Ads stärker in KI-basierte Sucherlebnisse zu integrieren.
Eine zentrale Rolle spielen dabei:
- Google AI Mode
- AI Overviews
- Gemini
- AI Max
- Performance Max
- automatisierte Assets
- Smart Bidding
Die Anzeigen sollen nicht nur neben Suchresultaten erscheinen, sondern dort eingebunden werden, wo sie zur aktuellen Frage und zum Entscheidungsprozess passen.
Das bedeutet:
Werbung wird Teil der KI-gestützten Customer Journey.
AI Max wird wichtiger
Besonders relevant ist AI Max für Search-Kampagnen.
Google kann damit:
- Suchintentionen breiter interpretieren
- Anzeigen automatisch anpassen
- passende Landingpages auswählen
- zusätzliche Suchanfragen erschliessen
- Website-Inhalte stärker als Signal nutzen
Damit verschiebt sich die Bedeutung von Keywords.
Keywords bleiben wichtig, aber sie werden nur noch ein Teil eines grösseren Signalsystems.
Die Website wird Teil des Werbesystems
Eine interessante Folge dieser Entwicklung:
Websites sind nicht mehr nur Zielseiten.
Sie werden zunehmend selbst zur Datenquelle für die Google-KI.
Je klarer Produkte, Leistungen, Preise, Zielgruppen und Vorteile beschrieben sind, desto besser kann Google einschätzen, wann ein Angebot relevant ist.
Damit wachsen Bereiche zusammen, die bisher oft getrennt betrachtet wurden:
SEO + GEO + Content + Google Ads + Tracking
Paid AI Visibility wird konkret
Diese Entwicklung lässt sich unter einem neuen Begriff zusammenfassen:
Paid AI Visibility
Paid AI Visibility beschreibt bezahlte Sichtbarkeit innerhalb KI-gestützter Recherche-, Beratungs- und Entscheidungsprozesse.
Google AI Mode ist dafür eines der aktuell deutlichsten Beispiele.
Gleichzeitig entstehen ähnliche Modelle bei:
- ChatGPT
- Microsoft Copilot
- AI Shopping
- AI Assistants
- Agentic Commerce
Damit verändert sich die digitale Sichtbarkeit grundlegend.
Aus:
SEO + SEA
wird zunehmend:
SEO → GEO → Paid AI Visibility → ACO
Dabei steht:
- SEO für Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen
- GEO für organische Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen
- Paid AI Visibility für bezahlte Präsenz in KI-gestützten Entscheidungsprozessen
- ACO für Agentic Commerce Optimization
Kein eigener AI-Mode-Kampagnentyp
Noch befindet sich die Entwicklung in einer frühen Phase.
Aktuell gibt es keine eigenständige Kampagne, die nur für AI Mode geschaltet werden kann.
Google entscheidet anhand bestehender Kampagnen, Relevanz, Kontext und Nutzerintention, ob eine Anzeige im AI Mode erscheinen kann.
Auch das Reporting ist noch eingeschränkt.
Werbetreibende können AI-Mode-Traffic aktuell nicht immer klar von klassischer Search-Performance trennen.
Besonders spannend für beratungsintensive Branchen
Die neue Werbelogik dürfte vor allem dort interessant werden, wo Nutzer komplexe Fragen stellen.
Zum Beispiel:
- Tourismus und Hotellerie
- E-Commerce
- Immobilien
- Bildung
- Finanzdienstleistungen
- lokale Services
- B2B
- Technologie
Je erklärungsbedürftiger ein Produkt oder eine Dienstleistung ist, desto wichtiger kann der Kontext innerhalb einer KI-Suche werden.
Unsere Einschätzung
Google verändert gerade nicht nur die Darstellung von Suchresultaten.
Es verändert die Struktur der digitalen Entscheidung.
Künftig könnte weniger entscheidend sein, welches Keyword ein Unternehmen bucht, sondern vielmehr:
Bei welcher Frage und in welchem Entscheidungsmoment erscheint eine Marke als relevante Lösung?
Genau deshalb wird Paid AI Visibility zu einem der spannendsten neuen Themen im Performance Marketing.
Die Entwicklung ist noch früh.
Aber die Richtung ist klar:
KI-Suche und Werbung wachsen zusammen.
Und damit wird Sichtbarkeit in KI-Systemen zunehmend nicht nur eine Frage von GEO – sondern auch von bezahlter Präsenz.
FAQ
Was sind Google Ads im AI Mode?
Dabei handelt es sich um Werbeanzeigen, die in Googles KI-gestütztem Suchmodus erscheinen können. Google testet aktuell unterschiedliche Formate innerhalb von AI-Mode-Antworten.
Kann AI Mode separat gebucht werden?
Nein. Aktuell gibt es keinen eigenen Kampagnentyp ausschliesslich für AI Mode.
Was ist Paid AI Visibility?
Paid AI Visibility beschreibt bezahlte Sichtbarkeit innerhalb KI-gestützter Such-, Vergleichs- und Entscheidungsprozesse.
Welche Rolle spielt AI Max?
AI Max hilft Google, Suchintentionen breiter zu interpretieren und Anzeigen, Suchanfragen sowie Landingpages stärker KI-basiert auszuwählen.
Warum ist das für Unternehmen wichtig?
Weil sich Suche von einzelnen Keywords hin zu komplexen, dialogbasierten Entscheidungssituationen entwickelt. Unternehmen müssen künftig stärker darauf achten, in diesen Kontexten relevant zu sein.




Kommentar verfassen